Forschung & Lehre
in der Architekturtheorie
Theorie & Praxis
In meiner Arbeit an der Architektur vereinige ich zu gleichen Teilen Theorie und Praxis, wobei sich die Ansprüche trotz ebenbürtiger Gewichtung entsprechend des Zeitgeistes bedeutend unterscheiden.
Meine praktische Tätigkeit geht vor allem von dem verhältnismäßig schlichten Bestreben aus, daß die von mir entworfenen Gebäude ihrer Umgebung keine Unannehmlichkeiten bereiten, was – im Falle des erfüllten Vorsatzes – für die Architektur heutigen Tages bereits als bedeutende Errungenschaft zu bezeichnen wäre.
In meiner theoretischen Arbeit ist hingegen der höchstmögliche Anspruch gesetzt, indem das Wesen der Architektur mittels philosophischer Methoden vollumfänglich begriffen werden soll. Die Ergebnisse meiner Forschung dokumentiere ich auf dem von mir betriebenen Onlineportal für Architekturtheorie ArchiTheoría.
Lehrveranstaltungen
»Leiblich gespürtes Entwerfen« (Seminar WS 2026/27)
Woraus bezieht der Architekt die Gewissheit, daß er beim Entwerfen ›das Richtige‹ tut, wenn er in dem Schöpfen aus endlosen Möglichkeiten gezwungen ist, sich mit bestmöglicher Sicherheit auf eine Weise festzulegen, die in der gebauten Wirklichkeit dann letztlich das Fatum einer unveränderlichen Gestalt annehmen muss? Insofern er sein eigenes Urteilsvermögen nicht an ein formalistisches Dogma verpfändet hat, das ihn mit der Entlastung von jeglichem Entscheidungsdruck vergütet, bleibt er an sein eigenes Gespür gebunden, das ihn darüber unterrichtet, ob sich das Entworfene gut und richtig, also gleichsam ›rund‹, anfühlt.
Während das Entwerfen ansonsten nach ›objektiven‹ Kriterien gerechtfertigt werden soll, gehen wir in diesem Seminar der verloren gegangenen Kunst des architektonischen Konzipierens anhand des intuitiven Spürens nach. Über Texte der Architektur-, Raum- und Gefühlstheorie nähern wir uns dem Erspüren architektonischer Stimmigkeit an und erproben unsere Erkenntnisse an einem kleinen Entwurf.
»Architektonische Raumsituationen« (Seminar WS 2025/26)
Architektur, aber gefühlsecht. – Unter diesem Leitsatz spüren wir einer verloren gegangen Weise des architektonischen Entwerfens nach, Räume für eine charakteristische Gefühlsatmosphäre zu gestalten. Während die heutige Architektur meist auf möglichste ›Neutralität‹ ausgeht, macht der Einzelne die Erfahrung, daß sich innerhalb architektonischer Raumsituationen die vermeintliche Leere zwischen den Wänden atmosphärisch spürbar auflädt, die ihn vereinnahmen und ein bestimmes Befinden auferlegen. Die Aufgabe des Architekten ist es, den Boden zu bereiten, auf dem diese Gefühlsatmosphären gedeihen können.
Über Texte der Architektur-, Raum- und Gefühlstheorie nähern wir uns über das Semester hinweg den Gefühlsatmosphären des architektonischen Raumes an. Daraufhin verwertet jeder Student die gesammelten Erkenntnisse individuell in dem Entwurf einer be- und gestimmten Raumsituation anhand einer selbst gewählten Gefühlsatmosphäre – darunter: die Weite, die Unbestimmtheit, die Sehnsucht, die Feierlichkeit …
Dissertation
2020 — 2027 (vrsl.) | An der Bauhaus-Universität Weimar bei Prof. Dr. Jasper Cepl, Lehrstuhl Theorie und Geschichte der modernen Architektur
Der architektonische Raum. Seine Gründung in Prädimensionalität und Bildung unter Autorität der Gefühlsmächte

